Akteurmodelle in aller Kürze

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In der Soziologie nutzt man zur Erklärung von Handlungswahlen sogenannte Akteurmodelle. Diese begründen warum Akteure ein bestimmtes soziales Handeln durchführen (Handlungsantrieb) und was sie damit bezwecken (Handlungsziel).

Die bekanntesten vier Akteurmodelle sind:

  • Homo Sociologicus
  • Homo Oeconomicus
  • Emotional Man
  • Identitätsbehaupter

Der Homo Sociologicus ist geprägt von Normkonformität. Soziales Handeln beruht nach diesem Konzept auf in einer Situation gegebenen Regeln, Normen und Vorgaben, d. h. ein Akteur handelt wie er handelt, weil es die Regeln seiner sozialen Rolle so vorgeben. Das Modell geht zurück auf Arbeiten von Ralf Dahrendorf.

Das Konzept des Homo Oeconomicus wurde aus den Wirtschaftswissenschaften in die Soziologie übernommen. Dem Modell zufolge beruht soziales Handeln auf persönlicher Nutzenmaximierung. Ein Akteur kalkuliert rational, um bei geringstmöglichem Aufwand höchstmöglichen Nutzen zu generieren.

Das soziale Handeln des Emotional Man wiederum begründet sich durch seine Emotionen. Mit dem Ausleben der Emotionen sollen die Strukturen einer gegebenen Situation ertragen, erhalten oder verändert werden. Diesem Akteurmodell liegen die Arbeiten von Helena Flam zugrunde, die wiederum auf Max Weber rekurriert.

Demgegenüber begründet sich das soziale Handeln des Identitätsbehaupters wenig überraschend auf den Wunsch, seine Identität zu behaupten. Sein Ziel ist die Bestätigung des eigenen Selbstbildes ggü. Formen der Identitätsbedrohung. Dieses Modell basiert auf den Arbeiten von Uwe Schimank, der seinerseits die Arbeiten von Erving Goffman zur Grundlage nimmt.