Phänomenologie

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Die Phänomenologie ist eine Philosophie, die von der sinnlichen Erfahrung des Menschen ausgeht. Nach Edmund Husserl, dem Begründer der phänomenologischen Philosophie, gibt es keine wahre objektive Wirklichkeit.

Vielmehr ist Subjektivität die „Urstätte aller objektiven Sinnbildungen und Seinsgeltungen“ {Hussserl 1936 (2007) #2}, sie leistet konkret das Erfahren und Erkennen.

Phänomenologische Ansätze unterscheiden die Erscheinung (Sinneseindrücke, Phänomene) von den Dingen an sich (materielle Gegenstände).  Gegenstand der Wahrnehmung  sind primär (oder alleine) die Erscheinungen (also das, was subjektiv konstruiert wird), nicht die Dinge an sich.

Für die Phänomenologie ist die Deutung das eigentliche Fundament, also die Interpretation von Phänomenen. Ihr liegt daher das interpretative Paradigma zugrunde.

Die vorgegebene Welt der sinnlichen Erfahrungen, die der Boden für alle Praxis und Sinneseindrücke ist, nennt Edmund Husserls die Lebenswelt (Doxa).

„Die Phänomenologie fragt, wie der Mensch überhaupt Erfahrungen macht und warum er sich mit naiver Selbstverständlichkeit seiner Welt gewiss ist.“ {Abels 2016 #1}

Mit dem sinnhaften Aufbau der sozialen Welt (Konstitution und Konstruktion) beschäftigt sich auch die phänomenologische Soziologie, vor allem Alfred Schütz.

Literatur

Abels, H., 2016: Wissen und andere Definitionen der Wirklichkeit – Über uns und Andere, Fremde und Vorurteile. Studienbrief 03165-4-01-S1. Hagen: FernUniversität.

Hussserl, E., 1936 (2007): Die Krisis der europäischen Wissenschaften und die transzendentale Phänomenologie : eine Einleitung in die phänomenologische Philosophie. Dordrecht: Springer Science+Business Media B.V.

Spektrum Akademischer Verlag, 2000: Phänomenologie – Lexikon der Psychologie. http://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/phaenomenologie/11484 (28.9.2017).

Stangl, W., 2017: Die Phänomenologie oder der Phänomenalismus. http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/ERZIEHUNGSWISSENSCHAFTGEIST/Phaenomenologie.shtml (28.9.2017).