Symbolischer Interaktionismus

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Herbert Blumer fokussierte George H. Meads Thesen über die Kommunikation nach dessen Tod auf das Thema Interaktion (1930er)

Drei Prämissen:

  1. Menschen handeln Dingen gegenüber auf Grundlage der Bedeutungen, die diese Dinge für sie haben (Dinge = physische Objekte, andere Menschen, Kategorien, Institutionen, Ideale, Handlungen, Alltagssituationen etc.).
  2. Die Bedeutung der Dinge wird abgeleitet aus sozialen Interaktionen  oder sie entsteht in der sozialen Interaktion. Bedeutungen sind insofern soziale Produkte.
  3. Die Bedeutungen werden in einem interpretativen Prozess gehandhabt und modifiziert.

Individuen beziehen sich in ihrem gemeinsamen Handeln wechselseitig aufeinander und beeinflussen sich so ⇒ Prinzip der sozialen Wechselwirkung ⇒ Interaktion.

Die Symbole (sichtbare Zeichen, kulturelle Bilder oder abstrakte Begriffe) zeigen den Sinn einer sozialen Situation an.

Handelnde produzieren in der Interaktion gemeinsame Symbole, an denen sie sich orientieren (unbewusster Prozess) ⇒ gemeinsame Definition der Situation.

Das menschliche Zusammenleben ist „ein Prozess, in dem Objekte geschaffen, bestätigt, umgeformt und verworfen werden“ (Blumer, 1996).

Die soziale Wirklichkeit ist eine symbolische Wirklichkeit, die in jeder Situation neu hergestellt wird.

Literatur

Blumer, H. (1996). Der methodologische Standort des Symbolischen Interaktionismus. In: Arbeitsgruppe Bielefelder Soziologen, ed., Alltagswissen, Interaktion und gesellschaftliche Wirklichkeit. Bd. 1: Symbolischer Interaktionismus und Ethnomethodologie. Reinbek: Rowohlt.

Abels, H. (2016). Wissen und andere Definitionen der Wirklichkeit – über uns und Andere, Fremde und Vorurteile (Studienbrief). Hagen: Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften, FernUniversität in Hagen.