Thomas-Theorem

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„Wenn Menschen Situationen als real definieren, so sind auch ihre Folgen real.“  (Thomas and Thomas, 1928)

Jede Deutung einer Situation hat reale Konsequenzen, auch wenn sie objektiv falsch oder irreal erscheinen mag. Denn: Das Handeln von Akteuren basiert auf ihrer Definition einer Situation.

Jede Situation kommt erst durch Interpretations- und Konstruktionsleistungen seitens eines oder mehrerer Akteure zustande (soziologischer Konstruktivismus).

Beispiel:  Geburtstage, Lohnverhandlungen oder Ehekrisen sind keine natürlichen Gegebenheiten, sondern es sind Situationen, die ihre realen Konsequenzen erst durch die Deutungen der jeweiligen Akteure erhalten.#

Das Thomas-Theorem ist eine der Grundannahmen der interpretativen Soziologie.

Literatur

Kroneberg, C. (2017). Die Definition der Situation in soziologischen Handlungstheorien. In: C. Kroneberg, ed., Die Erklärung sozialen Handelns. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Thomas, W. and Thomas, D. (1928). The child in America: behavior problems and programs. Knopf.